Kategorie: Spurensuche

Neu in der Sammlung des Valentin-Karlstadt-Musäums

Das Künstleralbum des Travestiekünstlers Fränzy Pejory

… und eine Bitte an alle Schriftdetektive

Der Travestiekünstler Fränzy Pejory

Seit kurzem befindet sich das Künstleralbum Fränzy Pejorys im Besitz des Valentin-Karlstadt-Musäums. Fränzy Pejory war ein renommierter Travestiekünstler der 1920er Jahre. In diesem Album befinden sich an die fünfzig Einträge berühmter Künstler seiner Zeit, u.a. Alfred Molnar, August Junker, Hans Kleemann, Theo Spohrer und Adam Müller, 2 Stenways, Lolo und Jakob Erbe, Lore Hoppe. Auch Karl Valentin und Liesl Karlstadt haben ihren Beitrag geleistet. Und genau das bereitet uns Sorgen. Die Schrift der Liesl ist ja wunderbar lesbar, aber Karl Valentin …..!  Darum an alle Blogleser, die der alten Deutschen Schreibschrift mächtig sind, bitte, bitte helft uns beim Entziffern. Herzlichen Dank!!

Widmung von Karl Valentin und Liesl Karlstadt aus dem Künstleralbum von Fränzy Pejory

Soweit sind wir bisher gekommen:

??? ??? ???
??? ??? mir den
ganzen Mann ab zu nehmen  (?)
K! Valentin
Ganz dasselbe wünscht

Dir in deinem Liebesleben
deine Kollegin
Liesl Karlstadt, München 1927

Karl Valentin und seine Masken

Ein wiederaufgelegter Bildband

Dem Münchner Verlag Schirmer/Mosel ist zu danken, dass er, 70 Jahre nach dem Tod Karl Valentins einen alten Bildband wieder aufgelegt hat. 64 Masken und Figuren des großen Komikers vom „Athleten“ über den „Feuerwehrhauptmann“ bis zur „Lorelei“. Zusammen mit einem Nachruf seines ehemaligen Freundes und Kunstkritikers Wilhelm Hausenstein (1882–1957).

Dieser Bildband ist nicht nur für Valentin-Fans lesens- bzw. sehenswert, sondern insbesondere auch für Porträt- und Bühnen-Fotografen. Erfreulich, dass die renommierte Fotozeitschrift „PHOTOGRAPHIE“ dieses Werk in ihrem neuesten Monatsheft 5/2019 vorstellt.

Vor allem ist für mich bei dem Artikel erstaunlich, wie die Autorin, Frau Andrea Späth den großen Münchner „Volksphilosophen“ und sein Werk beschrieben hat. In einem kurzen Artikel diese Vielfalt und Skurrilität seines Wirkens zu beschreiben ist nicht ganz einfach. Aus meiner Sicht ist ihr das hervorragend gelungen.

Buchbesprechung „Herr WRDLBRMPFD“ (PDF) (mit Zustimmung der Redaktion „PHOTOGRAPHIE“).

Beitrag: Herbert Becke


Valentin als Musikal-Clown (li.) und Athlet
© Karl-Valentin-Sammlung, Universität Köln / courtesy Schirmer/Mosel

Karl Valentin und sein Freund Ludwig Greiner

Valentin und sein Freund Greiner gingen in der Ohlmüllerstraße ums Eck zum Mariahilfplatz, wo ein alter Eisenhändler hinter einem eisernen Zaun sein verrostetes Blech und Eisengerümpel aufgestapelt hatte. Valentin spähte hinein. Er hörte den Eisenhändler im Häusl im Zimmer herumkruschten. „Dem häng ma sei Zauntürl aus und stell mas auf sei Wag.“ Gesagt getan. Der Eisenhändler erschien. „Was machts denn ös, fragte er.“ „A alts Eisen verkafa (verkaufen)„, sagte Valentin. „So arostigs Glump kaf i net gern, außer i muaß Euch fürn Rost was abziagn.  Dem Gwicht nach sinds 1 Mark 20.  Da Rost wegga dann  kriagns no 80 Pfennig.“ Da sagte Valentin: „A Markl is gwieß net z‘ teuer. Sonst tragn ma’s wo anders hin“. „Nu damit’s a Ruah gebt’s, da habt’s a Markl und verschwinds.“ Als wir Zwei eine halbe Stunde später wieder vorbeigingen, stand der Eisenhändler schon heraus, zog höflich den Hut. „Meine Herrn, dös geht a, das mir so was passiern ko. Hab i des Haus scho zwanzig Jahr und kaf (kauf) mei eigens Gartentürl und ziag an Rost a no ab. S’nächstemal stell ma halt mein Häusl zamt da Tür auf d’Wag und verkaff ma’s wieder, dann könnts d’Wanz’n glei abziagn.“

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