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2. Auflage des Fotobuches „Karl Valentin Bilder Sprache“

Auslieferung am 15.12.2020

Wer hätte das gedacht?
Nach nur 2 Monaten sind die 1.500 Exemplare des Fotobuches von unseren Saubanden-Vorstands-Mitgliedern Herbert Becke und Gunter Fette im Buchhandel vergriffen.

Herr Michael Volk vom Volk-Verlag hat schnell regiert und eine zweite Auflage bei der Druckerei in Auftrag gegeben. Die Auslieferung erfolgt am 15.12. und von daher wird jede(r) Interessierte vor Weihnachten noch ein Exemplar bekommen.

Am besten gleich im Buchhandel reservieren, oder direkt beim Verlag bestellen:
https://volkverlag.de/shop/karl-valentin-bildersprache/

Weitere Infos zu dem „etwas anderen Valentin-Buch“
https://saubande.com/ein-neues-valentin-buch-erscheint/#

Titel: Karl Valentin Bilder – Sprache
ISBN: 978-3-86222-356-5
Volk-Verlag
Ausstattung: Hardcover, 24 x 21 cm, 144 Seiten
Euro 19,90

Karl Valentin meinte bereits vor 100 Jahren zur 2. Auflage des Fotobuches „Bilder – Sprache“:

Meine einzige Unterhaltung war das „Warten“. Zuerst wartete ich langsam, dann immer schneller und schneller

Liesl Karlstadt: Schwere Jahre 1935 – 1945

Beitrag für die Blogparade der Monacensia: Frauen und Erinnerungskultur #femaleheritage

Liesl Karlstadt als Ausrufer, Köchin, Kapellmeister um 1920

Liesl Karlstadt (eigentlich Elisabeth Wellano 1892–1960) war Valentins kongeniale Partnerin, „der Sancho Pansa zum Don Quijotte“.

Liesl Karlstadt als Flötenspieler und Kare mit Zigarre

Dieses Duo war perfekt. Sie ergänzten sich ideal in ihrer Art der Darstellung. Valentin drehte sich gleichsam statisch um sich und seine eigene Gedankenwelt und kämpfte gegen die Tücken des Objekts wie Don Quijote gegen Windmühlen. Liesl Karlstadt hingegen überzeugte durch eine ungeheure Wandelbarkeit, sie konnte in nahezu jede Rolle, ob Frau, ob Mann, schlüpfen. Stets mit beiden Beinen auf der Erde stehend, erklärte sie dem oft verlorenen Valentin die Welt.

Karl Valentin und Liesl Karlstadt in „Die Raubritter vor München“

Doch der Preis der Partnerschaft mit Karl Valentin war hoch, privat wie beruflich.

Schwere Jahre für Liesl Karlstadt

Am Höhepunkt ihrer Karriere geriet beides in eine große Krise, das berufliche Schaffen wie das gemeinsame Leben. Keinen Ausweg mehr sehend, versuchte Liesl Karlstadt, inzwischen auch solo eine beliebte Volksschauspielerin, sich am 6. April 1935 das Leben zu nehmen. Es folgten schwere Jahre, geprägt von langen Aufenthalten in Kliniken und Rehabilitation, von Gehversuchen und Rückschlägen. Valentin konnte sie oft nicht mehr ertragen, aber auch nicht aufgeben.

Nach einem erneuten Zusammenbruch im April 1939 und einer darauffolgenden lebensbedrohenden und langwierigen Erkrankung, begann sie sich von ihm zu lösen. 1941 und 1943 erholte sie sich im Gebirge. Auf Wanderungen freundete sie sich mit Soldaten auf der Ehrwalder Alm an und tat als einziger weiblicher „Mulitreiber“ in Uniform auf der Alm Dienst. In der Gemeinschaft mit den Soldaten und im Einklang mit den geliebten Bergen, erholte sie sich von den Strapazen.

Liesl Karlstadt in ihrer neuen Wohnung in der Maximilianstrasse 24 (1939) und mit Mundharmonika

Auch beruflich bedeuten die Jahre eine Veränderung. Liesl Karlstadt war nun endgültig die sehr beliebte Münchner Volksschauspielerin geworden. Die „allzeit getreue Partnerin“ des großen Karl Valentin spielte nun ihre eigenen Rollen. Ihre Haupteinnahmequelle in den Jahren 1941 bis 1943 war ihre Rolle als Walburga Graf, eine Blumenhändlerin auf dem Viktualienmarkt in Carl Borro Schwerlas Komödie „Graf Schorschi“. Das Stück erlebte am Münchner Volkstheater über 150 Aufführungen und Gastspiele. Daneben war sie u.a. auch als Dachserin in dem gleichnamigen Einakter von Ludwig Thoma am Münchner Volkstheater zu sehen. Liesl Karlstadt drehte in dieser Zeit auch einige Filme – drei davon mit Karl Valentin („In der Apotheke“ und zwei Werbefilme für die Sparkasse).

Allen Film- und Theaterprojekten dieser Zeit war gemein, dass Liesl Karlstadt an der Seite von großartigen Schauspielerinnen und Schauspielern spielte, mit denen sie auch später noch viele Jahre erfolgreich zusammenarbeiten sollte: Willem Holsboer, Adolf Gondrell, Josef Eichheim, Walter Horten und auch Elise Aulinger und Wastl Witt. Karl Valentin gehörte kaum mehr dazu.

Ein Quellenschatz kommt ins Archiv des Valentin-Karlstadt-Musäum


Die Briefe der Norma Lorenzer
an Liesl Karlstadt

Im Jahr 2006 kam überraschend ein neuer Schatz aus Amerika ins Valentin-Karlstadt-Musäum:
Es war eine sehr persönliche Korrespondenz zwischen Liesl Karlstadt und ihrer Freundin Norma Lorenzer aus den Jahren von 1935 bis 1953. Norma Lorenzer war ihre wichtigste Wegbegleiterin in den schweren Jahren. Ihre Tochter Brigitte Eriksson brachte die Briefe ins Valentin-Karlstadt-Musäum, wenige Jahre vor ihrem Tod. Für den Archivar wie die Historikerin beginnt in solchen Momenten das Herz höher zuschlagen. 139 Briefe und Postkarten feinsäuberlich gebündelt und mit einem Band zusammen gehalten, von denen wir bisher nichts wussten. Mit den Worten „Ich übergebe Ihnen hier den Schatz meiner Kindheit“ drückte sie der Direktorin des Musäums, Sabine Rinberger, in einem sehr intimen, anrührenden Moment das Päckchen Briefe in die Hand.

Norma Lorenzer beim Spaziergang mit ihrer Tochter Brigitte. Das Foto fand sich zwischen den Briefen.

Liesl Karlstadt war glücklich, wenn sie von ihrer Freundin Norma Lorenzer in ihrem Haus verwöhnt wurde. Sie wohnte im berühmten Kefernest, ein Idyll am Schwabinger Bach in München, das Olaf Gulbransson 1906 erwarb. Liesl Karlstadt wurde auch eine wichtige Vertraute von Normas Tochter Brigitte, die damals noch ein kleines Kind war. In ihren Memoiren erinnert sich Brigitte Eriksson (geb. Lorenzer), wie ausgelaugt von den Ängsten und Launen Karl Valentins Liesl Karlstadt wirkte, wenn Sie von einer gemeinsamen Tournee aus Berlin zurückkam. Es war für Brigitte Eriksson schwer zu erklären, dass zwei Menschen, die fähig waren, andere zum Lachen zu bringen, bis ihnen die Tränen kamen, unter allen Arten von Ängsten und Depressionen litten.
In ihren Briefen und Karten an Norma Lorenzer gibt Liesl Karlstadt nur kleine Einblicke in ihre Seele, dennoch finden sich Hinweise, die so nicht bekannt waren. Vor allem ihre Verzweiflung spiegelt sich in den Briefen aus der Zeit.

Publikation

Dieser Archivschatz war Verpflichtung und Anlass für das Buch Liesl Karlstadt: Schwere Jahre 1935 – 45
von Sabine Rinberger, Direktorin und Andreas Koll, Archivar des Valentin-Karlstadt-Musäums. In diesem werden die sehr persönlichen Briefe in den historischen Kontext geordnet und präsentiert. Mit zahlreichen abgedruckten Bildern ausgestattet, weitgehend aus dem Archiv des Valentin-Karlstadt-Musäums, dienen diese nicht nur der Illustration, sondern vor allem der Dokumentation. Das Buch ist im Buchhandel und im Museumsshop des Valentin-Karlstadt-Musäums erhältlich.

Gedenkpfad und Filmnacht zu Karl Valentin in Zittau

10. Oktober 2020: Vier Gedenktafeln erinnern in Zittau und weiteren Orten der Umgebung an die Verbindung von Karl Valentin mit der Heimatstadt seiner Mutter. Eine Valentin-Filmnacht im Kronenkino von 1910 anlässlich der Zittauer Kulturnacht rundete den Tag im Zeichen des großen Künstlers ab.
Patrick Weissig, Zittauer Saubandenmitglied, hat all dies mit Unterstützung der Stadt Zittau möglich gemacht.

Eine der vier Gedenktafeln. Hier am Bahnhof der „Oybin-Bahn“ der Zittauer Schmalspurbahn, die vom Zittauer Hauptbahnhof bis in den Kurort Oybin in den Zittauer Bergen fährt. Valentin widmete ihr ein Couplet.
„Der Schreibtisch“ bei der Valentin-Filmnacht im Kronenkino Zittau mit Livebegleitung durch das Jazz-Trio „Lammel ∣ Lauer ∣ Bornstein“

„Ich freue mich, wenn es regnet, denn wenn ich mich nicht freue regnet es auch.“

Oft zitiert wurde dieser bekannte Spruch von Karl Valentin an diesem nasskalten Oktobertag. Doch das ungemütliche Wetter tat der, mit sehr viel Engagement gestalteten Einweihungsveranstaltung des Gedenkpfades „Karl Valentin“ in Zittau keinen Abbruch.

Filme von Karl Valentin, die in einem Kino gezeigt werden, ist leider eine Seltenheit geworden, umso stimmungsvoller wurde dieser Abend, denn das renovierte Kronenkino aus dem Jahr 1910 ist an sich schon ein echter Höhepunkt und bildet in der historischen Hillerschen Villa, einem kulturellen Begegnungszentrum, einen perfekten Rahmen für die Aufführung der Kurzfilme. Die Filmnacht bildete zusammen mit dem Auftritt des Jazz-Trios „Lammel ∣ Lauer ∣ Bornstein“ den Schlußpunkt der Zittauer Kulturnacht, die unter Coronabedingungen durchgeführt wurde und trotz allem gut besucht war.

Die folgende Bildergalerie beschreibt chronologisch die Ereignisse und Eindrücke der Eröffnung des Gedenkpfades und der Filmnacht. Alle vier Gedenktafeln sind hier ebenfalls zu finden.

Einweihung der ersten Gedenktafel am Bahnhof der Oybinbahn in Zittau durch Oberbürgermeister Zenker und Renate Luba (Valentin-Karlstadt-Musäum)

Bild 1 von 15

Und zum Abschluss noch ein kleiner Film zu den „Spuren Karl Valentins in Zittau“

Film ab…durch einen Klick aufs Bild

Karl Valentin und Corona

Vor ca. 100 Jahren hatte Karl Valentin bereits eine Idee, wie wir uns in „Corona-Zeiten“ verhalten sollten


Diese Bild-Text-Seite ist auch in dem neu erschienen Fotoband „Karl Valentin Bilder – Sprache“ von Herbert Becke und Gunter Fette zu finden (Seite 59).


ISBN: 978-3-86222-356-5
Volk-Verlag
Ausstattung: Hardcover, 24 x 21 cm, 144 Seiten
Euro 19,90

Weitere Infos: Volk-Verlag

Foto Herbert Becke