Kategorie: Blog

Karl Valentin Bilder-Sprache

Neues Valentin-Buch von Herbert Becke und Gunter Fette

Anfang Oktober erscheint in dem renommierten Münchner Volk-Verlag ein ganz besonderes Foto-Buch mit dem Titel: „Karl Valentin Bilder-Sprache“.
Besonders auch deshalb, weil es von zwei Vorstandsmitgliedern unserer „Saubande“ verfasst und gestaltet wurde: dem Fotografen Herbert Becke und Rechtsanwalt Gunter Fette.

Der Bildband umfasst 127 Fotos von Herbert Becke, denen jeweils ein „passendes“ Zitat des einzigartigen Komikers und Volksphilosophen Karl Valentin zur Seite gestellt wird, ausgesucht vom Nachlassverwalter und „irdischen Statthalters“ Valentins, Rechtsanwalt Gunter Fette.

Zu betrachten sind Bilder aus 45 Jahren Fotografie von Herbert Becke, einige „alte“ analoge schwarz-weiß Aufnahmen, aber auch ganz aktuelle und noch nicht veröffentlichte Bilder. Zu einigen Formulierungen Valentins hat der frühere Leiter der Volkshochschule München-Nord ganz spezielle Aufnahmen angefertigt. Es sind überwiegend Münchner Motive aus völlig anderen, meist „bodenständigen“ Perspektiven und diverse porträtorientierte live-Bilder von Künstlerinnen und Künstlern wie z.B. Helmut Schleich, Claus von Wagner, Georg Schramm, Andreas Giebel, Claudia Schlenger-Meilhamer und andere.

„DerBecke“, wie ihn viele nennen, hat in seinen Seminaren, Ausstellungen und auch als Juror bei unzähligen Fotowettbewerben von den Betrachtern der Fotos immer wieder die Sätze gehört: „das Bild sagt mir nichts“ oder „das Foto spricht mich nicht an“. Aber, wenn Bilder sprechen könnten, was würden sie uns sagen?
Herbert Becke und Gunter Fette gehen mit diesem neuen, sprach-bildenden, valentinesken Foto-Projekt der Frage auf den Grund und versuchen darauf Antworten zu geben.
Aus jedem Foto „spricht“ Karl Valentin zu dem Betrachter mit einer „Bildunterschrift“.
Darunter sind selbstverständlich viele bekannte Sprüche, zudem völlig unbekannte, bisher kaum veröffentlichte skurrile/philosophische Texte Valentins, aber auch seine gezielt subversiven Aussagen zum „Dritten Reich“, die für ihn eine Form des Widerstandes waren.
Ein „ganz anderes“ Valentin-Buch.

Neue Schuh brauchat i a wieder, die wo i anhab,
da san auch schon d’Sohln durch – aber nur bei einem,
ich glaub dass i mit dem einen weiter ganga bin,
als wia mit dem andern.

Ergänzt werden die 127 Bilder/Text-Seiten von:
• 1.059 „valentinesken“ Vor-Wörtern von Altoberbürgermeister und Ehrenbürger Münchens, Christian Ude und
• einem Beitrag der Direktorin des „Valentin-Karlstadt-Musäums, Frau Sabine Rinberger zu Karl Valentin und die Fotografie.
Als kleiner Vorgeschmack nachfolgend ein Auszug mit 84 der 1.059 Vorwörter von Christian Ude zu dem Buch:

„Dieses Buch hier ist ganz anders. Es ist nicht von Karl Valentin, wenigstens im Wesentlichen, und auch nicht über ihn, weil er fast überhaupt nicht vorkommt. Es ist genau genommen ein Bilderbuch, zu dem er nur die Bildunterschriften schreiben durfte, und das zu einem Zeitpunkt, als es die Bilder noch gar nicht gab. Das ist ziemlich verrückt, aber in München nennt man so etwas „valentinesk“…
Ich wünsche Ihnen neue, ungewohnte, irritierende optische Annäherungen an Weisheiten und Wortwitze, die schon drohten, bajuwarisches Bildungsgut zu werden“.

Besser kann man/frau dieses Buch nicht ankündigen. Es ist übrigens auch als ausgefallenes Präsent und originelles Geschenk-Buch geeignet. Der Beschenkte wird auf jeden Fall seine Freude daran haben.

Heut gehe ich mich mal besuchen … mal sehn ob ich Zuhause bin.
Christian Ude und Uli Bauer als „doppelter Ude“

Ab Anfang Oktober überall dort, wo es Bücher gibt, am besten im örtlichen Buchladen. Oder, wenn Sie nicht mehr aus dem Haus gehen auch bei Amazon:
Titel: Karl Valentin Bilder – Sprache
ISBN: 978-3-86222-356-5
Volk-Verlag
Ausstattung: Hardcover, 24 x 21 cm, 144 Seiten
Euro 19,90

Weitere Infos: Volk-Verlag

Neue Sonderausstellung im Valentin-Karlstadt-Musäum

#anotherdayonearth – die Bank

Ein Fotoprojekt von Massimo Fiorito

vom 17. September bis 10. November 2020

Die Bank, das Warten. Erwarten.

Eine Bank an der Isar während des Lockdowns. 16 Wochen lang beobachtet von dem Foto- und Videokünstler Massimo Fiorito. Eine Einladung zu einer Zeitreise.

Ein erster Eindruck – mehr in der Ausstellung

WUNST schwebt immer wieder in meinen Gedanken. Spazierend, wieder. Ich denke an deine Hände, wenn ich sie berühren könnte, einfach so. Die Sonne, so warm im April. Corona kommt und ich würde am liebsten gehen. Ich gehe eben erstmal spazieren. An die Isar, da ist es schön! Von Hunden das Lachen lernen. Aus der Komfort Zone. In der Dunkelheit ist die Stille größer. Eine unglaubliche ohrenbetäubende Stille. Und langsam wirkt‘s. Was wird alles werden? Ich fühle mich so banal den ich suche nichts, ich finde. Ich vermisse den Mann mit Tracht. Er kommt nicht mehr und er ist der Grund, dass ich am Anfang immer wieder gekommen bin. Jeden Tag.
Anders. Gleich. Spazieren ist gleich meditieren. Die Natur ändert den Blick. München, alles funktioniert. Gut. Sauber. Die Isar zieht. Jeden Tag gespannt. Wen werde ich heute treffen? Nie länger als 10/15 Sekunden bleibe ich. Werda ist, gut, sonst ist sie da. Treu und still. Meine Bank. Fehlende Freude, Freunde und Freundschaften. Sichere Häfen. Die Lust der Wiederholung. Die Herausforderung des Durchhaltens. Der Weg ist kein Weg und wir werden trotzdem ankommen. Der Weg ist ein Spiel. Was will ich? Sonne, Wolken, Regen, Jogger, Mütter, Rentner, verliebte Paare, gefüllte oder gerade entleerte Mülleimer, wachsender Busch, verlassene Flaschen, Hunde und ihre Besitzer*in, einsame Menschen, die Krähe. Was wird aus uns?…

Massimo Fiorito ist Foto/Video-Künstler und lebt seit 1995 in München. Seit 2007 wohnt er im Glockenbachviertel, schlendert gerne um die Isar herum und nimmt immer wieder fotografische Eindrücke der Umgebung auf. Diese Aufnahme-reihen, aus München und vielen anderen Orten der Welt, sind ein Langzeitprojekt. Er nennt sie the „hysterical photographical Poetry”, kurz „the_hpP”. Letztes Jahr wurde hieraus „sameplace” in einer Ausstellung des arsmusica e.V. gezeigt. „#anotherdayonearth-dieBank” ist das neueste Kapitel dieses Projekts. Die Idee entstand während des Lockdowns und ist eine Zeitreise.

Man findet Massimo Fiorito mit diesem Projekt auf Instagram unter: https://www.instagram.com/massimofiorito_the_hpp/

Bilder-Sprache: Geburt


zur heutigen „Mariä Geburt“


Als ich die Hebamme sah, die mich empfing war ich sprachlos. Ich hatte diese Frau ja noch nie in meinem Leben gesehen.

Karl Valentin

Foto Herbert Becke