Kategorie: Blog

Zum Tod von Herbert Achternbusch

Ein Nachruf von Sabine Rinberger, Direktorin des Valentin-Karlstadt-Musäums

Postkarte von Herbert Achternbusch an Andreas Koll, den Herausgeber der Trikont – Gesamtausgabe Ton Karl Valentin, mit folgendem Zitat zum Bild auf der Rückseite: Weil ich kein Foto finde: selbst gemalt

Sterben wollte er schon lange, der Herbert Achternbusch und hat sich dazu daheim in der Burgstraße schon vor fast zehn Jahren hingelegt. So hat man ihn nicht mehr gesehen im Weißen Bräuhaus, wo er Stammgast war, nicht mehr im Tal und drumherum. 2002 schrieb er begleitend zu seinem Valentintext für die Trikont-Gesamtausgabe Ton Karl Valentin auf eine Postkarte an den Herausgeber Andreas Koll dazu: „schönen Dank, denn Schönes gibt es kaum noch“.
Hoffentlich hat er es jetzt mit Karl Valentin gehalten, der beim Sterben gesagt haben soll: „Da hab‘ ich mein Leben lang Angst vor dem Sterben gehabt, und jetzt das!“, wahrscheinlich ist es aber ein Sigi Sommer Zitat, das dieser für Valentin so gut fand. Achternbusch wird oft mit Karl Valentin verglichen, er selbst verwehrte sich aber gegen den dauernden Vergleich: „schließlich ist es die Dummheit der Kritik und nicht die unsere, wenn sie weiterhin auf ihrem ledernen Valentinvergleich herumkaut“ schreibt er postalisch an Peter Syr und wollte sich auch vor jeder „Nachäfferei“ hüten.

Karte von Herbert Achternbusch an Peter Syr

Achternbusch ist erstmal, wie Valentin, er selbst. Gemeinsam ist beiden die Universalität, das Vielfältige, das Subversive und die Gabe, alles mit klarem Instinkt aus sich selbst zu schöpfen. Der eine wie der andere passt in keine Schublade, die man für ihn sucht oder zimmert, vielmehr sprengt er jeden Rahmen.

Und doch fallen mir auf Anhieb so viele Bezüge ein; schon allein zum Filmtitel „Heilt Hitler“ das Valentin-Zitat „Der Hitler hat Glück g’habt , dass er net Kräuter g’hoassn hat, sonst hätt’n ma schrein müassn: ‚Heil Kräuter‘.“ Achternbusch war Dichter, Philosoph, bildender Künstler und zunächst Filmemacher. Es bleiben vor allem diese eigenartigen wie einzigartigen Filme „Bierkampf“, „Das Gespenst“, „Das letzte Loch“….. Und so lebt Achternbusch, wie es Karl Valentin einst feststellte: „Es gibt also in unserer Gegenwart zwei Weiterleben nach dem Tode: Eines im Jenseits, und eines im — Kino“.

Sabine Rinberger

Alle Bilder (c) Valentin-Karlstadt-Musäum

Die Saubande 2021

Folgend Projekte wurden durch die Saubande in 2021 finanziell unterstützt

Ja, unsere weißen Westen!
75 Jahre Gesetz zur Entnazifizierung

5. August bis 14. November 2021

Die Installation, war eine Kooperation der SCHULTERSCHLUSS Initiative Christian Springer mit dem Valentin-Karlstadt-Musäum, unterstützt von der Saubande, Valentin-Karlstadt-Förderverein und dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München.

Sommerfest

Drei Abende lang, vom 8.- 10. Juli 2021 feierten wir das Sommerfest des Valentin-Karlstadt-Musäums mit viel wunderbarer Musik, Kabarett und noch mehr peace.
Der Abend des 8. Juli stand im Zeichen der „Saubande“
Mit dabei waren Um a Fünferl a Durchanand, Maria Peschek, Ardhi Engl, Thomas Steierer, Bele Turba und Brustmanns Lust .

Die Ausstellung Karl Valentins Filme in Zittau

Die Ausstellung „Karl Valentins Filme“ von Peter Syr, die sich im Besitz der Saubande befindet, fand nach dem Innenhof des Isartors im Jahr 2018 im Sommer 2021 auf dem Marktplatz in Zittau einen weiteren wunderbaren Ort, an dem sie vorbeiflanierenden BesucherInnen gezeigt wurde

Herr Haas zeigt: Hasen – Ausstellungskatalog

Und von was leben Hasen? Was machen Sie beruflich, wenn sie nicht tausende von Ostereiern bemalen? Welche Sportarten bevorzugen sie? Wie sieht das Familienleben der Hasen aus?  Wie steht es um die Erotik und das Liebesleben? Ist Dürers Feldhase in Wirklichkeit ein Selbstportrait? Was hat Joseph Beuys dem toten Hasen ins Ohr geflüstert, damals? Noch mehr Fragen und ein paar Antworten liefern die Ausstellung und ein humorvolles Buch, zusammengestellt von Steffen Haas und herausgegeben vom Valentin-Karlstadt-Musäum.
Die Saubande hat die Kosten der Drucklegung übernommen.

Neue Sonderausstellung – Herr Haas zeigt: Hasen

im Valentin-Karlstadt-Musäum

vom 25. November 2021 bis 8. März 2022

(c) Steffen Haas

Eine Ausstellung zur Winterzeit kuratiert und aus vollen Löffeln geschöpft von Steffen Haas.

Was machen die Hasen eigentlich, wenn nicht gerade Ostern ist? Dieser Frage und einigen anderen bislang ungeklärten Hasenfragen sind 55 Künstlerinnen und Künstler nachgegangen.
Sie malten, zeichneten oder schrieben und erleuchten uns so die dunkle, kalte Jahreszeit, in der es weder junge Möhrchen noch saftigen Klee zu knabbern gibt, mit ihren höchst humorvollen Erkenntnissen.

Von was leben Hasen? Was machen Sie beruflich, wenn sie nicht tausende von Ostereiern bemalen? Welche Sportarten bevorzugen sie? Wie sieht das Familienleben der Hasen aus? Wie steht es um die Erotik und das Liebesleben und wie sieht der Hase den Tod? Ist Dürers Feldhase in Wirklichkeit ein Selbstportrait? Was hat Joseph Beuys dem toten Hasen ins Ohr geflüstert, damals?

Oder um welchen Film handelt sich bei der nebenstehenden Zeichnung?

Begleitend zur Ausstellung wurde die Installation
Nest der ungeschlüpften Eier
von Jugendlichen des Projektes IMAL (International Munich Art Lab) vor dem Isartor geschaffen. Als Baumaterial dienten aufgefundene und ausrangierte Fahrräder, die nach dem Abbau der Installation im Repaircafe, das IMAL betreibt, instand gesetzt und verschenkt werden.

Als begleitenden Katalog gibt das Valentin-Karlstadt-Musäum ein humorvolles Buch, zusammengestellt von Steffen Haas und gestaltet von Andreas Koll, heraus