Leserbrief des Saubandenmitgliedes Herbert Becke

anlässlich der Verleihung des Valentin-Ordens der Narhalla an Andreas Gabalier

Sehr geehrte Redaktion,

die Faschingsgesellschaft „Narrhalla“ verleiht den „Karl-Valentin-Orden“ an den österreichischen Musiker Andreas Gabalier. Die Begründung: „seine Liebe zu München und den Mut, seine Meinung zu vertreten und für seinen entschlossenen Standpunkt“. Die „Meinung“ und die „Standpunkte“ von Gabalier werden in Österreich insbesondere von der FPÖ geteilt, zumindest bekommt er von dort stets Applaus. Ein Beispiel: Gabalier singt die österreichische Bundeshymne nicht mit dem offiziellen Text „Heimat großer Töchter und Söhne“, sondern in der „alten Version“ ohne die Töchter, also „Heimat bist du großer Söhne“. Er fordert vehement die Rückkehr zum „alten Text“.

Der Chef des Wiener Konzerthauses, Matthias Naske, sagte im Mai 2017 in einem Interview, dass er Gabalier nicht auftreten lassen würde, und bezeichnete den Auftritt von Gabalier im Goldenen Saal des Musikvereins als „Fehler“. Man müsse wissen, wer Gabalier sei und wofür er stehe:

Weiß die „Narrhalla“ wofür er steht?

Deshalb nachfolgende Fragen:
1. Ist der Faschingsgesellschaft zumindest in den letzten Jahren aufgefallen, dass Frauen auch Menschen sind?
2. Müssen Frauen und Homosexuelle während der Preisverleihung den Saal verlassen?
3. Wer wird die Laudatio auf den Preisträger halten: Bernd Höcke oder Thilo Sarrazin?
4. Ist es ein Tippfehler in der Begründung: „entschlossener Standpunkt“, müsste es nicht eher heißen „geschlossener Standpunkt“?
5. Sollte Gabalier wegen seiner politischen Aussagen nach Österreich nicht mehr einreisen dürfen, wird die Narrhalla dann für ihn politisches Asyl in München beantragen und bei der Duldung in Deutschland behilflich sein?
6. Sollte die deutsche Nationalhymne an dem Abend gesungen werden, wenn ja mit welcher Strophe?
7. Will die Narrhalla, München zur Stadt der Narren-Bewegung machen?
8. Ist die Narrhalla bei der Entscheidung für Andreas Gabalier der Meinung gewesen, dass es mal wieder Zeit für einen Österreicher ist?
9. Kommt nächstes Jahr evtl. Xavier Naidoo als Preisträger in Betracht?

Zum Schluss noch ein paar prinzipielle Fragen:

10. Weiß die Münchner Faschingsgesellschaft, wer Karl Valentin war?
11. Oder ist der Orden gar nicht nach dem großen Münchner Komiker und Volksphilosophen, sondern nach den noch lebenden Personen Karl Valentin aus Wanne-Süd in Herne oder sogar nach Karl Valentin aus Felsberg, Wolfershausen benannt?
12. Hat die Münchner Faschingsgesellschaft etwas mit Humor zu tun?
13. Will die „Narrhalla“ mit den Preisträgern nur provozieren um wenigstens einmal im Jahr in der Öffentlichkeit aufzufallen?
14. Nachdem der Orden nur verliehen wird, wann muss ihn Andreas Gabalier wieder zurückgeben?

PS: zu meiner Person der Hinweis, dass ich 1966 als 16-jähriger zusammen mit 10 anderen Jugendlichen die „Valentinaden-Bühne“ gegründet habe und viele Jahre in Münchner Wirtshäusern, Freizeitheimen, Altenheimen, aber auch im Turmstüberl des Valentin-Karlstadt-Musäums und dem „Deutschen Theater“ Valentin-Werke gespielt habe.

Mit nachdenklichen Grüßen

Herbert Becke

Abdruck des Leserbriefes:
in der Süddeutschen Zeitung vom 3.12. (in gekürzter Form):  https://www.sueddeutsche.de/muenchen/narrhalla-valentin-orden-da-rotiert-einer-im-grab-1.4234932

und im Münchner Merkur vom 28.11.:
https://www.merkur.de/lokales/leserbriefe/muenchen/andreas-gabalier-10771041.html









Mit nachdenklichen Grüßen

Herbert Becke






Weiß die „Narrhalla“ wofür er steht?

Deshalb nachfolgende Fragen:

1.     Ist der Faschingsgesellschaft zumindest in den letzten Jahren aufgefallen, dass Frauen auch Menschen sind?

  1. Müssen Frauen und Homosexuelle während der Preisverleihung den Saal verlassen?
  2. Wer wird die Laudatio auf den Preisträger halten: Bernd Höcke oder Thilo Sarrazin?
  3. Ist es ein Tippfehler in der Begründung: „entschlossener Standpunkt“, müsste es nicht eher heißen „geschlossener Standpunkt“?
  4. Sollte Gabalier wegen seiner politischen Aussagen nach Österreich nicht mehr einreisen dürfen, wird die Narrhalla dann für ihn politisches Asyl in München beantragen und bei der Duldung in Deutschland behilflich sein?
  5. Sollte die deutsche Nationalhymne an dem Abend gesungen werden, wenn ja mit welcher Strophe?
  6. Will die Narrhalla, München zur Stadt der Narren-Bewegung machen?
  7. Ist die Narrhalla bei der Entscheidung für Andreas Gabalier der Meinung gewesen, dass es mal wieder Zeit für einen Österreicher ist?
  8. Kommt nächstes Jahr evtl. Xavier Naidoo als Preisträger in Betracht?

Zum Schluss noch ein paar prinzipielle Fragen:

  1. Weiß die Münchner Faschingsgesellschaft, wer Karl Valentin war?
  2. Oder ist der Orden gar nicht nach dem großen Münchner Komiker und Volksphilosophen, sondern nach den noch lebenden Personen Karl Valentin aus Wanne-Süd in Herne oder sogar nach Karl Valentin aus Felsberg, Wolfershausen benannt?
  3. Hat die Münchner Faschingsgesellschaft etwas mit Humor zu tun?
  4. Will die „Narrhalla“ mit den Preisträgern nur provozieren um wenigstens einmal im Jahr in der Öffentlichkeit aufzufallen?
  5. Nachdem der Orden nur verliehen wird, wann muss ihn Andreas Gabalier wieder zurückgeben?

PS: zu meiner Person der Hinweis, dass ich 1966 als 16-jähriger zusammen mit 10 anderen Jugendlichen die „Valentinaden-Bühne“ gegründet habe und viele Jahre in Münchner Wirtshäusern, Freizeitheimen, Altenheimen, aber auch im Turmstüberl des Valentin-Karlstadt-Musäums und dem „Deutschen Theater“ Valentin-Werke gespielt habe.

Mit nachdenklichen Grüßen

Herbert Becke


Die große Matinée der Saubande 2018

Nun ist es schon gute Tradition, zum siebten Mal veranstaltete die „Saubande“ eine Benefizmatinée im Münchner Volkstheater.  Die große Vielfalt der Programmpunkte und das berührende Interview mit den beiden großen Valentin-Fans Senta Berger und Michael Verhoeven zeichneten die diesjährige Matinée aus.

Senta Berger und Michael Verhoeven im Interview mit Sabine Rinberger und Holger Paetz.

Die weiteren Künstlerinnen und Künstler:

Ilse Neubauer, Maria Peschek und Helmut Dauner, Bele Turba und Nadia Tamborrini, das „Fünferl“ mit Johanna Bittenbinder, Heinz Josef Braun, Sebi Tramontana und Andreas Koll, Veronika Bittenbinder mit Band, Teresa Rizos, Ludwig W. Müller, Monika Drasch und Georg Glasl, Helmut A. Binser, Sven Kemmler, Stefan Leonhardsberger mit den Pompfünerberern, und Andreas Rebers.
Durch den Vormittag führte Holger Paetz.

 

Veranstaltungshinweis: 6.10.2018

Karl Valentin und sein Orchester
Eine philosphische Clownerie

am 6. Oktober 2018 17:00 Uhr auf Schloß Wallenburg bei Miesbach

Antonia Gottwald, Schauspielerin und Dramaturgin, am Max-Reinhardt Seminar ausgebildet, spielt Karl Valentin und Liesl Karlstadt. Sie skizziert in acht Originalsketchen ein Porträit der beiden Ausnahmekünstler.

Antonia Gottwald (Mitte) mit
Mari Kitagawa und Klaus Nagurski

„Veranstaltungshinweis: 6.10.2018“ weiterlesen

Liesl Karlstadt Sonderausstellung wandert zu den Festspielen nach Erl

Es ist soweit.  Unsere erfolgreiche  Sonderausstellung „Liesl Karlstadt Schwere Jahre 1935 – 45“ steht  im Festsspielhaus Erl. Das ist nicht nur eine große Wertschätzung der Ausstellung, sondern auch ein Hinweis auf die Uraufführung einer Liesl Karlstadt – Oper am 28.12. 2018 bei den Winterfestspielen in Erl.

„Liesl Karlstadt Sonderausstellung wandert zu den Festspielen nach Erl“ weiterlesen